Hintergrund
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Leben und Bewegung sind untrennbar miteinander verbunden. Das Kind muss sich bereits im Mutterleib bewegen, um sich entwickeln zu können. Die Bewegung ist der Motor der Hirnreifung und zugleich auch ihr Ergebnis. Je ausgereifter das Gehirn, desto koordinierter und komplexer sind die Bewegungsmuster. Während der Schwangerschaft, der Geburt und in den allerersten Lebensmonaten bewegt sich das Kind mit Hilfe von Reflexen. Reflexe sind automatisch ablaufende, stereotype Bewegungen. Sie werden vom entwicklungsgeschichtlich ältesten Teil des Gehirns, nämlich vom Hirnstamm, durch bestimmte Reize ausgelöst.
Mit dem Fortschreiten der Hirnreifung und der damit verbundenen Entstehung der Willkürmotorik werden diese ersten (sog. frühkindlichen/primitiven) Reflexe, auch angeborene Fremdreflexe genannt, die bis dahin die Entwicklung vorangetrieben haben, von den Halte- und Stellreaktionen abgelöst. Diese ermöglichen es dann, uns in allen möglichen Bewegungsmustern und Körperpositionen mühelos und automatisiert zu bewegen (z.B. Fahrradfahren). Die Ausreifung der Halte- und Stellreaktionen ist untrennbar mit der kognitiven und psychosozialen Entwicklung verbunden.

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Den bei vielen Kindern beschriebenen Symptomen und Auffälligkeiten liegen motorische Entwicklungsdefizite zugrunde, so dass sich in den Bewegungsmustern die o.a. Reflexe symptomatisch zeigen, da die Halte- und Stellreaktionen noch nicht ausgereift sind. Die Schwierigkeiten der Kinder z.B. in der Schule haben nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun - die betroffenen Kinder können lediglich ihr Potential motorisch nicht erfolgreich umsetzen. Die Neurophysiologische Entwicklungsförderung auf der einen und die Gleichgewichtsprogramme nach Dorothea Beigel® auf der anderen Seite geben diesen Kindern die Chance, an den Ursachen ihrer Probleme zu arbeiten, statt nur einige Symptome zu verbessern. Ein Bewegungsübungsprogramm ermöglicht es, nicht durchlaufene Entwicklungsschritte in einem zweiten Anlauf nachzuholen. Damit bekommt das Kind ein stabiles Fundament, um sein Potential effektiv nutzen zu können.